Hohl würdigte den unermüdlichen Einsatz aller an dem Projekt beteiligten Personen, allen voran dem Leiter der ILS Markus Ruckdeschel und dem Systemadministrator Markus Fiedler. Er freute sich, dass in Bayreuth nun eine mustergültige Leitstelle für ganz Bayern schaffen konnte, die allen Vorgaben entspricht. Mit dem Neubau des Leitstellengebäudes konnte die Feuerwache um Stellplätze für höhere Einsatzfahrzeuge erweitert werden. Dieser Synergieeffekt spreche für sich, der direkte Anbau der Leitstelle an die Feuerwache spiegle wider, dass die Hilfsorganisationen immer mehr zusammenrückten, so Hohl weiter. Als partnerschaftliche Bewältigung des Projektes bezeichnete der Kulmbacher Landrat Klaus-Peter Söllner. Er begrüßte, dass durch die ILS die Alarmierung der Einsatzkräfte in seinem Landkreis von nun an aus einer Hand kommt. Auch Landrat Hermann Hübner, der gleichzeitig in der Funktion als stellvertretender Kreisvorsitzender des BRK sprach, dankte den Beteiligten für die geleistete Arbeit aus dem Weg von der Planung bis zur Inbetriebnahme und wünschte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die bevorstehenden Aufgaben eine glückliche Hand.
Ab sofort sind sowohl der Krankentransport und Rettungsdienst, als auch die Feuerwehren und das THW über die bundeseinheitliche Notrufnummer "112" erreichbar. Die 20 Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes koordinieren alle eingehenden Notrufe und alarmieren die benötigten Einsatzkräfte in Stadt und Landkreis Bayreuth, sowie im Landkreis Kulmbach. "Bis zum heutigen Tag war es ein langer und oft nicht einfacher Weg", sagt der Leiter der ILS Markus Ruckdeschel. "Es war für uns schon eine Herausforderung, die wir alle zusammen angenommen und bewältigt haben, und deshalb dürfen wir auf das Erreichte auch stolz sein." Mehr als 30 Jahre lang koordinierte die Rettungsleitstelle des Bayerischen Roten Kreuzes in Bayreuth die Einsätze des Krankentransportes und des Rettungsdienstes und vermittelte bis zu Beginn der 2000er Jahre auch den kassenärztlichen Notdienst. Für die Alarmierung der Feuerwehren waren in Stadt und Landkreis Bayreuth die Feuerwehreinsatzzentrale in der Feuerwache Bayreuth und im Landkreis Kulmbach die dortigen Polizeiinspektionen zuständig. Das gehört nun der Vergangenheit an - die Hilfe kommt jetzt aus einer Hand. Drei Mitarbeiter der ILS stehen den Hilfesuchenden rund um die Uhr zur Verfügung. Bei größeren Unfällen oder Naturkatastrophen werden die hauptamtlichen Mitarbeiter durch eine Unterstützungsgruppe verstärkt, die in den vergangenen Monaten ebenfalls auf ihren Einsatz vorbereitet wurde. Mit Inbetriebnahme der neuen Leitstelle wird nun auch die bisher bekannte Rufnummer "19 222" verschwinden. Die Einsatzfahrzeuge des Roten Kreuzes tragen nun auch die "112".
Die wesentlichen Vorteile der Notrufnummer: Musste bislang aus dem Mobilfunknetz grundsätzlich die richtige Vorwahl zur Nummer der Rettungsleitstelle gewählt werden, so entfällt dies ab sofort. Zudem ist das Absetzen eines Notrufes aus dem Mobilfunknetz kostenfrei und auch mit so genannten Prepaidkarten ohne Guthaben möglich. Auch Gehörlose können Notruf-Faxe an die "112" senden und brauchen sich keine gesonderten lokalen Rufnummern mehr merken.
Hintergrund: Das Einsatzgebiet der neuen Leitstelle umfasst 56 Kommunen mit rund 265.000 Einwohnern auf einer Fläche von 1865 Quadratkilometern. Im Zuständigkeitsbereich befinden sich rund 400 Standorte von Feuerwehren, des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes. Im letzten vollen Betriebsjahr 2010 bearbeitete die Rettungsleitstelle Bayreuth in ihrem Einsatzbereich insgesamt 48.676 Einsätze von Rettungsdienst und Krankentransport. Dies entspricht rund 140 Notrufen pro Tag. In 7.461 Fällen kam ein Notarzt zum Einsatz, in 6874 Fällen der nächste verfügbare Rettungswagen. 19.308 Einsätze entfielen auf den qualifizierten Krankentransport. Aufgrund der ländlichen Struktur im Leitstellenbereich kam 2.109 Mal die Hilfe aus der Luft. Rund 82% hiervon (1.733) Einsätze bestritt der "Gelbe Engel" der lokalen ADAC-Luftrettungsstation Bayreuth. Die Bergwacht Bayern wurde zu 432 Einsätzen alarmiert. Die Wasserrettung von BRK-Wasserwacht und DLRG kamen 24 Mal zum Einsatz. Zu den Einsätzen des Rettungsdienstes und Krankentransportes addieren sich nochmals 5365 sonstige Anfragen, die im Wesentlichen an die zuständige Vermittlungszentrale des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes oder an den Giftnotruf weitergegeben wurden. Hinzu kommen ab sofort jährlich rund 3000 Einsätze der Feuerwehren und des THW im Zuständigkeitsbereich, die durch die Disponenten abgearbeitet werden. Die Kosten der neuen Leitstelle belaufen sich auf mehr als 3 Millionen Euro. Mit Bayreuth nimmt nun die letzte Integrierte Leitstelle in Oberfranken nach Bamberg, Coburg und Hof ihren Betrieb auf.
Bericht/Bild. ILS BT/KU
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Nach dem Umzug der ehemaligen Rettungsleitstelle in der Bayreuther Hindenburgstraße ist nun auch die Einsatzzentrale in der Feuerwache Bayreuth Geschichte. Die neue Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach ist heute offiziell in den Vollbetrieb gegangen. Somit sind unter der Notrufnummer "112" ab sofort alle Hilfsorganisationen und Behörden der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr erreichbar.



